Wann ist ein Hamster übergewichtig?

Insbesondere Zwerghamsterhalter kennen das Problem – jedes noch so winzige Pinienkernchen lagert sich direkt auf den Hüften des Hamsters an.
Für manche scheint das allerdings kein Problem zu sein: oft werden (leicht) übergewichtige Tiere scherzhaft als „besonders flauschig“ bezeichnet. 

Doch welche gesundheitlichen Folgen werden durch Übergewicht begünstigt und warum ist es für das Tier besser, wenn es sich im gesunden Gewichtsbereich bewegt?

Fettgewebe bildet in der Natur eine Reserve für schlechte Zeiten. Da unsere Hamster allerdings in Heimtierhaltung keine schlechten Zeiten durchleben müssen, sind Fettreserven nicht notwendig. Mangelnde Bewegung, reichhaltige Fütterung und der ein oder andere gutgemeinte Kern sorgen also für nicht benötigte Fettdepots, die den Körper auf Dauer stark belasten. 

Übergewicht begünstigt den Ausbruch von Diabetes (vor allem Altersdiabetes), da gerade bei Campbell Zwerghamstern und Hybriden eine genetische Disposition vorliegt, ist es besonders für diese Arten wichtig, dass sie sich im gesunden Gewichtsbereich bewegen. Da aber prinzipiell alle Hamsterarten an Diabetes erkranken können, ist es natürlich auch bei allen anderen Hamstern sinnvoll, auf eine schlanke Taille zu achten.
Fettdepots lagern sich unter anderem auch an den Organen der Tiere, insbesondere an der Leber ab. Das kann die Funktion der Leberzellen beeinträchtigen und somit zu Störungen bei der Entgiftung des Körpers durch die Leber führen. Dadurch wird die Leber massiv geschädigt, was im schlimmsten Fall zu Leberversagen und somit zum Tod des Tieres führen kann.
Die Einlagerung von Fettdepots im Brust- und Bauchraum schädigt den Herzmuskel und schränkt die Lungenfunktion ein. Langfristig führt dies zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Hamsters und verminderter Aktivität. Da mangelnde Bewegung Übergewicht begünstigt, ist das eine Art Teufelskreislauf. 
Außerdem ist Übergewicht ein Hauptrisikofaktor für vorzeitigen Gelenkverschleiß, weil das Gewicht des Hamsters den Gelenkknorpel stark zusammenpresst, was zu übermäßiger Abnutzung des Knorpels und daraus resultierend zu starken Schmerzen bei Bewegungen führt. Auch hier ist verminderte Bewegung das Resultat. 

Woran erkennt man nun aber, ob der Hamster wirklich übergewichtig ist oder tatsächlich nur flauschig ist? Dabei können folgende Fragen hilfreich sein:

- kann man (bei handzahmen Hamstern) die Rippen ertasten oder liegt eine Fettschicht fühlbar darüber?
- kann man die Taille des Tieres erkennen?
- kann sich der Hamster problemlos bewegen?
- wirkt das Tier schwerfällig oder kurzatmig? benutzt es sein Laufrad noch?

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