Gegen Lebendtierverkauf

Mit der Ausstrahlung einer Fernsehserie über einen großen deutschen Zoohandel ist auch im Internet das Thema „Lebendtierverkauf im Zoohandel“ aufgeflammt. 
Die Gründe, wieso man den kommerziellen Handel mit Tieren nicht unterstützen sollte, haben wir hier auch schonmehrfach dargelegt. Informationen hierzu findet ihr auch auf Gegen den Lebendtierverkauf in Zoohandlungen.


An dieser Stelle möchten wir euch Alternativen zum Zooladenkauf vorstellen, bei denen man kein Tierleid fördert. Bei den unten genannten Alternativen gehen wir immer von seriösen Anlaufstellen aus, auch hier gibt es natürlich leider Ausnahmen und Züchter und Pflegestellen, die unseriös arbeiten und daher nicht empfehlenswert sind.

 

Züchter
Im Gegensatz zu der Massenproduktion für den Bedarf der Zooläden, wo dutzende Tiere in engen Käfigen hocken und sich wild vermehren, werden bei einem guten Züchter gesunde Tiere im passenden Alter gezielt verpaart. Die Elterntiere werden artgerecht gehalten und gefüttert und die Mutter kann ihre Jungtiere ungestört zur Welt bringen und aufziehen.
Die meisten Züchter verlangen beim Kauf eines Tieres die Unterzeichnung eines Schutzvertrags, der allgemeine Vorgaben zur Haltung regelt (Tierärztliche Versorgung im Notfall, Rückmeldungen über Krankheit und Todesfall, Gehegegröße, Futter, etc), sowie die Zahlung einer Schutzgebühr. Auch wenn die Schutzgebühr im Vergleich zum Kaufpreis im Zooladen hoch erscheint, dient sie nur zur Deckung eines geringen Kostenanteils des Züchters und bringt unterm Strich keinen Gewinn. Wer sich für ein Tier vom Züchter interessiert, muss sich nicht nur bereit erklären alle Vorgaben zur Gehegegröße, Fütterung, etc. einzuhalten, sondern muss in aller Regel schon vor Übergabe des Tieres nachweisen, dass er dem Tier ein tiergerechtes Leben bieten und es versorgen kann. Zwischen erstem Kontakt mit dem Züchter und Einzug des Tieres können also mehrere Tage oder Wochen vergehen, sodass unüberlegte Spontanschaffungen gar nicht erst möglich sind.
Gerade für Anfänger der Hamsterhaltung ist ein Züchter immer eine gute Anlaufstelle, da er sich die Zeit nimmt über Haltungsfragen aufzuklären und auch nach der Anschaffung des Tieres weiterhin bei Fragen und Problemen zur Verfügung steht.

Hamsterhilfen und private Pflegestellen
Hier sitzen viele Hamster, die unüberlegt angeschafft wurden und dann „langweilig“ geworden sind oder Nachwuchs aus ungewollten Zooladenschwangerschaften, bei denen ein Tier schon trächtig gekauft wurde. (Züchter nehmen ihre Tiere, die wieder abgegeben werden müssen, wieder zurück oder helfen bei einer schnellen Vermittlung). Pflegestellen nehmen diese Tiere auf, behandeln mögliche Krankheiten oder Verletzungen und lassen weibliche Tiere eine Schwangerschaftsquarantäne absitzen. So ist bei Vermittlung des Tieres sichergestellt, dass es keine akuten Erkrankungen hat oder unbemerkt trächtig ist und dem neuen Besitzer Hamsterbabys beschert.
Genau wie Züchter achten Pflegestellen natürlich darauf, an wen sie das Tier vermitteln, sodass man sich als Interessent darauf einstellen muss Fragen über seine Haltung beantworten zu müssen. Nur so können Pflegestellen verhindern, dass die Tiere wieder in zu kleinen Gehegen mit schlechter Versorgung enden. Auch hier wird in den meisten Fällen die Zahlung einer Schutzgebühr zur Deckung eines Teils der Pflegekosten, sowie die Unterzeichnung eines Schutzvertrags fällig. 
Die Adoption eines Hamsters von einer Pflegestelle ist auch für Anfänger eine gute Alternative zum Züchter, da auch Pflegestellen gut und ausführlich über die Bedürfnisse eines Hamsters und die richtige Haltung aufklären können und auch nach Umzug des Hamsters ein offenes Ohr für Fragen und Probleme haben.

Tierheim
Viele Tierheime arbeiten mit Hamsterhilfen oder Pflegestellen zusammen, aber einige vermitteln auch selbst Hamster. Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass der kleine Nager im artenreichen Tierheim mit seinen Bedürfnissen schnell untergeht. Viele Tierheime beraten bezüglich Gehegegröße oder Futter falsch oder können die Hamsterart oder das Geschlecht des Tieres nicht bestimmen. Davon muss man sich natürlich nicht abschrecken lassen, als Anfänger empfiehlt sich aber im Zweifel die Rückversicherung über die dort gegebenen Informationen mit Infos von Hamsterhilfen oder anderen erfahrenen Haltern.

 

Kleinanzeigen
Wer möglichst schnell und unbürokratisch einen Hamster bekommen möchte, aber gleichzeitig den Kauf im Zooladen scheut, für den sind die Kleinanzeigen oft eine erste Anlaufstelle. Dort findet man viele Anzeigen mit niedlichen und ungewollten Hamstern – aber leider auch viele Leute, die planlos Hamster zusammensetzen, weil sie mal Babys sehen möchten oder um den Nachwuchs mal eben nebenbei über die Kleinanzeigen zu verkaufen. Solche „Vermehrer“, die ohne Achtung der Genetik der Tiere einfach Nachwuchs produzieren, sollte man ebenso meiden wie den Lebendtierverkauf im Zooladen. Noch häufiger als Anzeigen mit bewusst produzierten Hamsterbabys sieht man jedoch Tiere, die abgegeben werden sollen, weil sie überflüssig geworden sind, beißen oder im Zweifel alt und/oder krank sind (was so natürlich nicht in der Anzeige steht). Bei der Anschaffung eines Hamsters aus den Kleinanzeigen sollte man also genau hinschauen. Neben unerkannt trächtigen oder kranken Tieren, kann man sich auch Parasiten ins Haus holen, sodass der 10 Euro Hamster aus den Kleinanzeigen plötzlich Kosten von mehreren 100 Euro verschlingt. 
Das ist natürlich kein Grund niemals einen Hamster aus den Kleinanzeigen zu sich zu holen, aufgrund der Risiken (Krankheit, Verhaltensstörung, Trächtigkeit, etc) ist das jedoch etwas, das eher für erfahrene Halter und auf keinen Fall für Anfänger ohne Hamstererfahrung empfehlenswert ist.

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