Campbell Zwerghamster

Herkunft

Campbell Zwerghamster bewohnen die kargen Steppen und Halbwüstenregionen der Mongolei, Dauriens, Tuwas und des südlichen Sibieren sowie des Nordostens Chinas.

Die ersten Campbell Zwerghamster wurden in den 19060er Jahren zu Forschungszwecken gefangen und gezüchtet. 

Erst mehrere Jahrzehnte später wurden Campbells auch als Heimtiere immer populärer.

Morphologie

Campbell Zwerghamster werden zwischen 8 und 11cm lang und wiegen in der Regel zwischen 35 und 65g wiegen, zuchtbedingt können große Männchen durchaus auch Spitzengewichte von über 80g auf die Waage bringen. 

 

Campbells haben eine von vorne betrachtet eher dreieckige Gesichtsform mit eng zusammenstehenden leicht mandelförmigen Augen. Die Ohren sind länglich und spitz zulaufend. 

Der Aalstrich, der sich vom Kopf bis zum Po erstreckt, ist sehr schmal.

 

Fellfarben und -zeichnungen

Campbell Zwerghamster gibt es heute in zahlreichen Farbvarianten und Fellstrukturen.


Die Wildform weist ein kurzes dichtes Fell auf, das auf der Oberseite bräunlich-grau ist. Die einzelnen Haare sind mehrfarbig, oft ist die Spitze des Haars dunkler gefärbt als die Wurzel.

An den Seiten grenzt sich sich die braun-graue Oberseite mit drei Bögen gegen die weißliche Unterseite ab. 

An der Wirbelsäule entlang zieht sich der schmale schwarze Aalstrich. 

Die Augen der Wildform sind schwarz. Wie alle Phodopus Zwerghamster weist der Campbell behaarte Füße auf. 

Man unterscheidet generell zwischen Agouti-Farben (also Farben, die Merkmale der Wildform in mutierter Form aufweisen) und Non-Agouti-Farben, die eine gleichmäßige Färbung des Haars von der Wurzel bis zur Haarspitze aufweisen und somit Merkmale wie Dreibogenlinie und Aalstriche fast unsichtbar machen.

Neben den Farbvariationen gibt es auch Scheckungs- (Mottled) und Versilberungsgene (Silvering/Platinum), die die Färbung des Tiers mit weißen Flecken beziehungsweiße einem                      Versilberungseffekt überlagern.

Außer der kurzen, dichten Fellstruktur der Wildform haben sich mittlerweile auch Mutationen wie Satin und welligem oder gar gelocktem Fell entwickelt.

Sozialverhalten

 Campbell Zwerghamster sind in freier Wildbahn keine Einzelgänger - im Gegenteil. Männchen und Weibchen leben in festen partnerschaftlichen Beziehungen und ziehen nach erfolgreicher Paarung auch ihre Würfe gemeinsam groß.

Auch in Heimtierhaltung ist die Haltung von arteinen und gut sozialisierten Campbell Zwerghamstern in geschlechtshomogenen Gruppen nicht nur möglich, sondern das eigentliche Ziel artgerechter Campbellhaltung. Hierbei ist jedoch wichtig, dass ihr euch einen wirklich seriösen Züchter sucht, der euch während der gesamten Haltung mit Rat, Tat und Erfahrung zur Seite steht.

 

Zur Gruppenhaltung gehört es, dass ihr euch vorher schon gut über die grundsätzlichen Bedürfnisse von Campbells informiert habt. Bevor ihr also einen Züchter kontaktiert, solltet ihr euch gut mit Ernährung, Gesunderhaltung und grundsätzlichen Haltungsvoraussetzungen auseinandergesetzt haben. Gehegegröße und Einrichtung sollten vor der Anschaffung aber mit dem Züchter besprochen werden, weil sie von Gruppengröße und -konstellation abhängig und daher individuell zu händeln sind.

 

Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Haltung einer Campbellgruppe mitunter viel Arbeit und Durchhaltewillen erfordern kann. Wie bei anderen sozialen Nagerarten auch kann es aufgrund von Streitigkeiten oder Krankheiten dazu kommen, dass sich die Gruppe zerstreitet, einzelne Tiere aus der Gruppe entnommen und neu vergesellschaftet werden müssen. Nur weil die Gruppe in der Ursprungskonstellation nicht dauerhaft bestehen bleibt, heißt es noch lange nicht, dass die Tiere an sich unsozial sind oder nicht zur Gruppenhaltung taugen. Hier ist es auch wieder wichtig, Rücksprache mit eurem Züchter zu halten und in Absprache mit ihm zu handeln

 

Zum Schluss möchten wir noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Gruppenhaltung nur bei artreinen Tieren von seriösen Züchtern zu empfehlen ist, alle anderen Zwerghamster sind ausschließlich einzeln zu halten.