Feldhamster (Cricetus cricetus)

Der Feldhamster, auch europäischer Hamster genannt, gehört zur Gattung der Großhamster, ist also der große Verwandte der Mittel- und Zwerghamster.

Das natürlichen Verbreitungsgebiet des Feldhamsters erstreckt sich von Westeuropa bis hin zum Nordwesten Chinas.

Morphologie

Feldhamster können zwischen 20 und 35cm lang werden und bis zu 800g wiegen. Dabei werden die Männchen in der Regel größer und schwerer als die weiblichen Tiere.

Neben einem rötlich-braunen Fell auf der Oberseite weisen die Tiere einen schwarzen Bauch sowie weiße bzw. cremefarbene Flecken an der Seite, den Backentaschen und den Pfoten auf. 

Lebensweise und Ernährung

Feldhamster leben als reine Bodenbewohner in etwa einem Meter Tiefe in einem weit verzweigten Erdbau. Die Sommerbauten sind dabei flacher als die Winterbauten, die zur Überwinterung dienen und bis zu zwei Meter tief sein können.

Der Bau verfügt in der Regel über zwei bis drei Eingänge, Fallröhren, eine Schlaf- und eine Vorratskammer und eine Kammer für Kot und Urin. 

Feldhamster sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben streng solitär und verteidigen ihren Bau - und den darin angelegten Futterbunker - aggressiv gegen Artgenossen.

Die Paarungszeit dauert vom Frühjahr bis in den August hinein an, Männchen und Weibchen treffen sich zur Paarung, danach gehen die Tiere wieder ihrer eigenen Wege. Ein Hamsterweibchen kann dabei bis zu zwei Würfe pro Sommer aufziehen.


Feldhamster bewohnen, wie ihr Name schon sagt, Ackerflächen und deren Randgebiete. Ihre Ernährung ist davon abhängig, welche Feldfrüchte vom Menschen angebaut werden, bevorzugt ernähren sich Feldhamster aber von Körner- und Hülsenfrüchten sowie Wurzelgemüse. Feldhamster sind, wie ihre kleinen Verwandten auch, keine reinen Pflanzenfresser und nehmen tierisches Eiweiß in Form wirbelloser Tiere zu sich.


Während des nahrungsreichen Sommers legen die Tiere große Bunker an, mit deren Hilfe sie die karge Winterzeit überleben. Während des Winters fahren die Hamster ihren Stoffwechsel herunter und zehren von angefressenen Fettreserven und gesammelten Körnern. 
Den Winterschlaf beenden Hamster in der Regel zwischen April und Mai.

Vom Schädling zum Artenschutz

Bis in die 1970er Jahre hinein galt der Feldhamster in Deutschland aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate als Schädling. Vor allem auf dem Land wurde er als Bedrohung für die Ernte - und somit für die Existenz der Bauern - rigoros gejagt.

Ab den 1970er Jahren dezimierte sich der Feldhamsterbestand in Deutschland rapide. Industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und Verwendung von Pestiziden, Straßenbau und Besiedelung des natürlichen Lebensraum durch den Menschen haben den Feldhamster in Deutschland fast ausgerottet. 

Heutzutage gelten Feldhamster in Europa als streng zu schützende Tierart gemäß §10 des Bundesnaturschutzgesetzes.