Hybriden

In der biologischen Systematik beschreibt ein Hybrid (veraltet auch Bastard oder Mischling genannt) ein Individuum, welches aus der Kreuzung zwischen zwei Arten entstanden ist. Dieser Begriff wird hauptsächlich in der Zucht verwendet.

 

Bei den Zwerghamstern beschreibt der klassische Hybrid eine Mischung aus dem Campbell und dem Dsungarischen Zwerghamster. Die Männchen in der ersten Generation sind dabei steril, können sich folglich nicht vermehren. Für die Weibchen gilt dies nicht. Hybridenlinien sind also möglich.

Der Grund für die Sterilität der Männchen der ersten Hybriden-generation liegt bei dem Y-Chromosom. Russische Studien aus den 70er Jahren haben gezeigt, dass dieses Chromosom sich zwischen den beiden Arten stark unterscheiden und es zudem an einer anderen Position liegt.



Die oben genannte Studie zeigte dadurch auch, dass es sich bei Dsungaren und Campells um zwei Spezies handelt und nicht, wie bis dato angenommen, um zwei Unterarten.

 

Jedoch besteht nicht jeder Hybrid genetisch aus 50% Dsungare und 50% Campbell. In den folgenden Generationen entstehen durch Verpaarung mit anderen Hybriden Tiere, deren Genotyp (die genetische „Ausstattung“ eines Individuums) auch bei Geschwistern immer unterschiedlicher werden. Hinzu kommt, dass dieser Genotyp sich nicht zwingend im Phänotyp (das Erscheinungsbild eines Individuums) widerspiegeln lässt. So gibt es campbelllastige Hybriden, die dennoch Winterfell bekommen, oder dsungarenlastige Hybriden, welche an Diabetes erkranken.

Hybridenvermehrung

 

Die Verpaarung von Hybriden birgt jedoch zahlreiche Probleme, weshalb dringend davon abgeraten wird. Zwar sind nicht alle Hybriden zwangsläufig krank, so wie auch nicht alle artreinen Tiere zwingend gesund sind.

Verpaart man ein Campbell-Männchen mit einem weiblichen Dsungaren, so wird die Tragzeit sowie die Morphologie verändert. Dadurch kann es passieren, dass das Weibchen die Jungtiere nicht gebären kann und es sterben infolgedessen sowohl das Muttertier als auch die Babys.

 

Dieses Problem kann sich anschließend auch durch die folgenden Generationen ziehen, sollten Nachkommen überleben. Verpaart man nun Zwerghamster mit hohem Hybridenanteil miteinander, so können weitere Probleme wie unterentwickelte, zurückgebliebene Nachkommen geboren werden. Diese können starke Probleme an der Wirbelsäule haben oder haarlos sein.

Optische Unterschiede

 

Hierbei gilt: Hybrid ist nicht gleich Hybrid. Wie oben schon angedeutet gibt es sowohl campbelllastige, wie auch dsungarenlastige Hybriden. Durch genau diese Mischung kann es dazu kommen, dass der Körper im Vergleich zu artenreinen Tieren unsymmetrisch aussieht.

 

Es gibt jedoch einige eindeutige Merkmale, an denen man Hybriden erkennen kann:

 

Zwerghamster mit Dsungarenfarbe und roten Augen sind eindeutig Hybriden.

 

Es gibt folgende Hybridenfaben:

  • Russian Blue (Black plus Saphir)
  • Mushroom (Saphir plus Moskau-Gen)
  • Mandarin
  • Camel (Mandarin plus Saphir)


Zu Mandarin und Camel ist zu sagen, dass vermutet wird, dass es sich bei beim ursprünglichen Mandarin um eine Dsungarenmutation handelt. Da die Tiere jedoch kurz nach Entdeckung direkt mit Campbells hybridisert wurden, ist nicht mehr davon auszugehen, dass es sich bei mandarinfarbenen Tieren um arten- reine Tiere handelt.

Hinzu kommt, dass Hamster in Mandarin häufig zu Diabetes (welches jedoch nicht auf die Campbelleinzüchtung zurückzuführen ist), Nierenprobleme (bis hin zu Nierenversagen), Fettleibigkeit und Herz-Kreislaufproblemen neigen.

Auch vermeintlich stabile Linien haben in der Vergangenheit spätestens bei den Nachkommen der 2. Generation diese Krankheiten aufgewiesen, weswegen keine seriöse Zucht Tiere in der Farbe Mandarin oder Camel zieht.

 

Ein indirekter Hinweis auf einen Hybrid ist die Herkunft des Tieres, sollte man es nicht anhand der morphologischen Unterschiede erkennen können. Da es nur wenige seriöse Züchter für artenreine Dsungaren und Campells gibt, ist aufgrund der Diabetesgefährung bei jedem Tier mit unbekannter Herkunft davon auszugehen, dass es sich um einen Hybriden handelt und dieser sollte entsprechend gefüttert werden.

Ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht direkt vom Phänotyp auf den Genotyp eines Individums schließen kann, sind optisch stark nach Campbell aussehende Hybriden, welche dennoch Winterfell bekommen.

Rechts zu sehen ist ein Hybridenweibchen in blue fawn (eine Campbellfarbe).

 

 

Links ist das selbe Hybridenweibchen im deutlichen Winterfell zu sehen.