Krallenpflege

In freier Natur kürzen sich Hamster durch das Graben von Tunneln und Laufen auf unterschiedlichen Untergründen ihre Krallen auf natürliche Weise.

 

In der Heimtierhaltung kann es hingegen vorkommen, dass dieser natürliche Krallenabrieb nicht ausreichend vonstatten gehen kann. Das ist individuell von Tier zu Tier unterschiedlich. Es gibt sowohl Tiere, die keine Probleme mit der Krallenpflege haben als auch Tiere, die man bei deren Krallenpflege aktiv unterstützen muss.

Wachsen die Krallen des Tieres extrem schnell und lang, sollte zusätzlich ein Diabetestest gemacht werden, weitere Informationen zu dem Thema findet ihr hier.

Wie findet man heraus, ob die Krallen zu lang sind?

 

Die Frage ist also woran man erkennt, dass die Krallen des Hamsters zu lang sind. Zur Veranschaulichung hier zwei Bilder.
Links sind Krallen zu sehen, die eine gute Länge haben und nicht gekürzt werden müssen. Rechts sind Krallen zu sehen die zu lang sind.

gute Länge:

zu lange Krallen:


Die Krallen sind zu lang, was nun?

 

Sind die Krallen des Hamsters bereits zu lang, müssen sie gekürzt werden. Für das erste Mal Krallenkürzen sollte man zum Tierarzt gehen. Dieser kann dem Halter zeigen und erklären wie man die Krallen am stresslosesten kürzt und wie weit man schneiden kann.
Wenn man es sich nach dieser Anleitung beim Tierarzt zutraut, kann man zukünftig die Krallen selber schneiden.

Vorsorge

 

Natürlich kann man, wenn die Krallen gekürzt wurden oder wenn man im Vorfeld vermeiden möchte, dass sie zu lang werden einige Vorsorgemaßnahmen ergreifen:

 

1. Umgedrehte Fliesen
Die raue Oberfläche von umgedrehten Fliesen eignet sich wunderbar zur Krallenpflege. Die Fliese sollte so positioniert werden, dass das Tier häufig darüber läuft. Fliesen sollten vor dem Untergraben geschützt werden.

 

2. Granitplatten

Mittlerweile gibt es in einigen Shops von artgerechtem Hamsterzubehör Granitplatten zu erwerben, diese haben den gleichen Effekt wie umgedrehte Fliesen. Die Granitplatten sollten wie Fliesen unbedingt vor dem Untergraben geschützt werden.

 

3. Maisspindelgranulat

Bei Maisspindelgranulat handelt es sich um eine Art Einstreumaterial aus der Maispflanze. Dieses Granulat besteht aus größeren, rauen Stücken. Es eignet sich für eine große Buddelbox oder einen abgetrennten Buddelbereich im Gehege. Häufig regt alleine das Maisspindelgranulat Hamster zum Buddeln und graben darin an. Wenn kein Interesse besteht, kann man zusätzlich Futter darin verstreuen. Die raue und grobe Oberfläche des Granulats regt den Krallenabrieb an.

 

4. Steine

Auch normale Steine oder Schieferplatten können genutzt werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass diese sauber sind (im Zweifel in Wasser einmal abkochen) und keine scharfen Kanten haben, sowie Löcher oder Rillen wo da Tier drin stecken bleiben kann oder sich Gliedmaßen klemmen kann. Bitte achtet auch hier darauf, dass die Steine nicht unterbuddelt werden können und legt sie auf eine Ebene o.ä.

 

 

Foto: Auf diesem Bild ist Maisspindelgranulat in der Nahaufnahme zu sehen