Diabetes

Prinzipiell kann jede Hamsterart in Heimtierhaltung an Diabetes erkranken. Da Diabetes jedoch zu einem Großteil erblich bedingt ist, sind folgende Arten besonders gefährdet: Campbell Zwerghamster, Hybriden und Chinesische Streifenhamster. Auch wenn die Tiere keine Symptome für die Krankheit zeigen und negativ getestet wurden, sollten sie dennoch entsprechend gefüttert werden. Mehr Informationen findet ihr unter Futter.

 

Diabetes wird auch die "Zuckerkrankheit" genannt, da aufgrund eines Insulinmangels beziehungsweise einer Insulinresistenz der Blutzuckerspiegel abnormal erhöht ist.

 

Symptome

Neben einer unnatürlich hohen Trinkmenge (das Tier trinkt häufiger und länger als andere Tiere, die Trinkmenge überschreitet 3ml am Tag deutlich) setzen Diabetiker natürlich auch höhere Urinmengen ab als gesunde Tiere, die Pipiecken sind deutlich sicht- und fühlbar,  der Urin riecht oft süßlich. 

Außerdem weisen Diabeteshamster oft ein stärkeres Krallenwachstum auf.

Viele Diabetiker sind anfangs oft auch hyperaktiv und wirken hibbelig und aufgeregt. 
Während Typ I Diabetes häufig mit einem rasanten Gewichtsverlust einhergeht, sind Typ II Diabetiker häufig stark übergewichtig.

Zeigt ein Hamster eines oder mehrere dieser Symptome, ist es ratsam, ihn auf Diabetes zu testen.

Außerdem ist es empfehlenswert, gefährdete Zwerghamsterarten aus zweifelhafter Herkunft (zum Beispiel Kleinanzeigentiere, die bisher falsch gefüttert wurden) vorsorglich zu testen.

Testen

Da ein Bluttest bei Hamstern nicht durchgeführt werden kann, kann nur mit Hilfe eines Urintests ermittelt werden, ob das Tier an Diabetes erkrankt ist. 
Die Combur-Tests der Firma Bayer, die an sich für Menschen entwickelt wurden, haben sich dabei als Testinstrument bewährt. 

 

Am einfachsten ist es, den Hamster kurz vor seiner eigentlichen Wachzeit zu wecken (hier kann eine Ausnahme von der "Nichtwecken"-Regel gemacht werden) und ihn in eine saubere Transportbox zu setzen. Ein Versteck aus Keramik bietet etwas Sicherheit. 

Wenn der Hamster Urin abgesetzt hat, wird er direkt wieder ins Gehege zurückgesetzt und ein Teststreifen wird durch den Urin gezogen. Mittels des Kontrollfelds an der Verpackung kann man jetzt sehen, ob der Hamster an Diabetes leidet oder eventuell andere, über den Urin nachzuweisende Erkrankungen wie beispielsweise Harnweginfekte Krankheiten in Frage kommen.

Rechts im Bild zu sehen ist ein Test mit positivem Diabetesfeld. 

Ein leichter Ausschlag im Feld, das Proteine im Urin nachweist, ist bei Hamstern normal.

 

Hat der Hamster nach 15-20min in der Transportbox immer noch keinen Urin abgesetzt, sollte man ihn zurück ins Gehege setzen und zu anderer Zeit einen neuen Versuch unternehmen, da ein zu langer Aufenthalt in der Transportbox einen stressbedingten falsch-positiven Test verursachen kann.

 

Einen positiven Test kann man durch einen weiteren positiven Test zu einer anderen Tageszeit bestätigen.

 

Behandlung

Nachdem das Tier positiv getestet wurde, kann man anhand des Alters abschätzen, ob es sich um Typ I oder Typ II Diabetes handelt.


Der erste Typ, angeborener Insulinmangel, tritt häufig im jungen Alter auf, verstärkt im dritten bis vierten Lebensmonat.

Typ I Diabetes ist nicht heilbar, die Tiere versterben häufig noch vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres. 

Die Symptome sind nur durch blutzuckersenkende Futterbestandteile zu lindern, am häufigsten werden zusätzlich zum normalen Trockenfutter Bockshornkleesamen verfüttert (ca. 25 Samen pro erkranktem Tier und Tag). Die Fütterung von Bockshornkleesamen führt dazu, dass die Tier selbst und ihr Urin stark nach Maggi riechen.

 

Im Verlauf der Krankheit steigt die Trinkmenge rasant in die Höhe, was die Gefahr eines Nierenversagens und einen frühzeitigen Todes begünstigt. 

 

Typ II Diabetes, erworbene Insulinresistenz, wird häufig auch als Altersdiabetes bezeichnet und tritt vorwiegend bei übergewichtigen und ausgewachsenen Tieren auf. 

Bei Typ II Diabetikern empfiehlt sich eine ausgewogene Diät, eine Gewichtsreduktion kann die Symptome der Tiere lindern. Vollständig heilbar ist auch diese Form von Diabetes nicht.

 

 

Weitere ausführlichere Informationen zum Thema Diabetes sind auf diesem Blog zu finden.