Neurologische Defekte

Spinning - die Dreherkrankheit

Unter der Dreherkrankheit versteht man einen neurologischen Gendefekt, der verantwortlich dafür ist, dass das Tier Wege nicht direkt geht, sondern in Kreisen um sich selbst läuft. 

Ein hamsterkundiger Tierarzt sollte Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik wie Gehirntumore, Schlaganfall, Erkrankungen des Gehörgangs und E.C. ausschließen. 


Steht die Diagnose Dreherkrankheit zweifelsfrei fest, kann man sich daran machen, dem Tier das Leben etwas leichter zu machen. Spinnig an sich ist nicht therapierbar, über die Gestaltung des Geheges und Niedrighalten des Stresspegels kann die Ausprägung des Defekts allerdings eventuell verringert werden.

Zunächst sollte darauf geachtet werden, dass das Tier sich an keiner Stelle des Geheges während des Kreiselns verletzen kann, das heißt, es sollte auf Höhenunterschiede und spitze Kanten bei der Einrichtung verzichtet werden. 

Da der Defekt durch Stress verstärkt wird, sollte darauf geachtet werden, dass der Stresspegel des Tiers niedrig gehalten wird. Auslauf eignet sich also nur bedingt für Tiere, die an neurologischen Gendefekten leiden. 


Falls das Tier unter dem Defekt enorm leidet beziehungsweise der Defekt immer stärker wird, sollte man das Tier erlösen lassen.

Backflipping

Als „backflippen“ bezeichnet man einen genetischen Defekt, der häufig bei Hybriden, aber auch bei artreinen Campbells, Dsungaren und auch bei Roborowski Zwerghamstern auftritt. Der Gendefekt führt zu einer neurologischen Ausfallerscheinung, die sich dahingehend äußert, dass das Tier Salti schlägt, wenn es beispielsweise auf den Hinterpfoten steht. Je gestresster der Hamster ist, desto häufiger überschlägt er sich.

Leider gibt es keine Therapiemöglichkeiten, man kann dem Tier das Leben mit dem Defekt aber durch gewisse Maßnahmen im Gehege erleichtern:
Auf Ebenen und Erhöhungen sollte wegen Verletzungsgefahr eher verzichtet werden (sodass das Tier nicht aufgrund eines Saltos rückwärts von einer Etage stürzen kann). Außerdem sollte auf Vollreinigungen und Umstellen der Einrichtung verzichtet werden, auch Auslauf stellt häufig für die betroffenen Tiere Stress dar, daher ist es sinnvoll, ein Gehege oberhalb des Mindestmaßes zu wählen.